Das Wichtigste auf einen Blick
Byzantinische Münzen werden über Herrscherbild, Legende, Metall, Nominal, Wertzeichen, Regierungsjahr und Münzstätte bestimmt. Bei frühen Reformbronzen steht M häufig für 40 Nummien, K für 20, I für 10 und E für 5 – diese Zeichen gelten jedoch nicht für jede byzantinische Serie.
- Praktischer Beginn
- Anastasius I.; Bronzereform 498 n. Chr.
- Frühe Bronzezeichen
- M = 40, K = 20, I = 10, E = 5 Nummien
- Leitnominal Gold
- Solidus, später unter anderem Histamenon und Tetarteron
- Wichtige Merkmale
- Herrscher, Wert, Regierungsjahr, Münzstätte, Offizin
Warum 498 ein sinnvoller Orientierungspunkt ist
Anastasius I. reformierte 498 die Bronzeprägung. Große Wertzeichen machten mehrere Nummien-Stufen klar unterscheidbar. Numismatisch bietet die Reform deshalb einen praktischen Startpunkt, obwohl Verwaltung, Bildsprache und Goldprägung deutlich in spätrömischer Tradition stehen.
Nicht jede oströmische Münze vor 498 wird dadurch „unbyzantinisch“, und nicht jedes spätere Stück trägt ein großes Wertzeichen. Periodengrenzen sind wissenschaftliche Ordnungshilfen.
Wertzeichen auf frühen Bronzemünzen
Bei vielen Folles und Teilstücken steht ein großer griechischer Buchstabe im Zentrum der Rückseite. Unter oder neben dem Zeichen können Münzstätte, Offizin und weitere Kontrollzeichen erscheinen. Bei Justinian I. und anderen Herrschern kommt oft ein Regierungsjahr hinzu.
| Zeichen | Wert | Übliche Bezeichnung |
|---|---|---|
| M | 40 Nummien | Follis |
| K | 20 Nummien | Halbfollis |
| I | 10 Nummien | Dekanummium |
| E | 5 Nummien | Pentanummium |
Regierungsjahre lesen
Das Regierungsjahr kann mit ANNO angekündigt und durch griechische Zahlzeichen ausgedrückt werden. Es zählt Jahre der Herrschaft, nicht unser Kalenderjahr. Für die Umrechnung müssen Regierungsantritt und Zählweise des konkreten Herrschers berücksichtigt werden.
Ein Datum ist erst belastbar, wenn Herrscher, Typ, Münzstätte und lesbares Jahreszeichen zusammenpassen. Abnutzung lässt besonders schmale Zahlzeichen leicht verschwinden.
Münzstätten, Offizinen und Legenden
CON beziehungsweise CONOB kann auf Konstantinopel verweisen; andere Kürzel kennzeichnen etwa Nicomedia, Antiochia oder Karthago. Ein zusätzlicher Buchstabe kann die Werkstatt innerhalb der Münzstätte, die Offizin, bezeichnen.
Lateinische und griechische Legenden kommen nebeneinander und nacheinander vor. Stark schematisierte Buchstaben sollten als vollständige Folge mit Bildtyp und Position verglichen werden.
Gold-, Silber- und spätere Elektronprägungen
Der Solidus blieb zunächst ein stabiles und weithin anerkanntes Goldnominal. Im mittelbyzantinischen Reich veränderten sich Münzformen und Nominale; schüsselförmige Prägungen und neue Gold- beziehungsweise Elektronwerte traten hinzu.
Gerade Goldmünzen werden häufig imitiert oder manipuliert. Gewicht, Stempel, Rand, Metall und dokumentierte Herkunft müssen zusammen geprüft werden.
Kurz und konkret beantwortet
Was bedeutet M auf einer byzantinischen Münze?
Auf vielen frühen Reformbronzen steht M für 40 Nummien und bezeichnet den Follis. Das Zeichen muss dennoch im Zusammenhang mit Herrscher, Münzstätte und Serie gelesen werden.
Wie erkenne ich das Regierungsjahr?
Häufig steht es neben dem großen Wertzeichen und kann durch ANNO eingeleitet werden. Griechische Zahlzeichen und die Regierungszeit des Herrschers müssen gemeinsam ausgewertet werden.
Ist ein Solidus immer byzantinisch?
Nein. Der Solidus wurde in der römischen Spätantike eingeführt und im Byzantinischen Reich fortgeführt. Auch andere Reiche prägten oder imitierten entsprechende Goldmünzen.
Warum sind manche byzantinischen Münzen schüsselförmig?
Konkave Prägungen, oft als Skyphaten bezeichnet, treten besonders in mittel- und spätbyzantinischen Serien auf. Die Form allein bestimmt weder Nominal noch Echtheit.
Kann ich eine byzantinische Münze nur am Kreuz erkennen?
Nein. Kreuze erscheinen auch auf spätantiken, mittelalterlichen und modernen Münzen. Legende, Herrscher, Wertzeichen, Metall und Münzstätte sind ebenso wichtig.
Fachliche Referenzen
- Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin
- IKMK – Interaktive Kataloge der Münzkabinette
- British Museum – Department of Money and Medals
- Dumbarton Oaks – Byzantine Coin Catalogue
Redaktionell geprüft am 17. September 2026. Die Quellen dienen der fachlichen Vertiefung; einzelne Seiteninhalte sind redaktionell zusammengefasst.